Wenn die Spam-Maschine zuschlägt…

Nach Tausenden von dokumentierten Rechtsverletzungen wundert einen so schnell nichts mehr – hätten wir zumindest gedacht.

Die Überraschung war also umso größer, als uns kürzlich die E-Mail-Werbung eines großen Anbieters zum Kauf historischer Zeitungen erreichte, welche versuchte, uns – ohne Einwilligung versteht sich – deren Waren schmackhaft zu machen.

Schmackhaft war das Angebot tatsächlich, allerdings nicht für uns, sondern für die von uns daraufhin beauftragte Anwaltskanzlei.

Ende vom Lied:

  • Unternehmen gibt Unterlassungserklärung ab.
  • Unternehmen zahlt 334,75 EUR Anwaltskosten.

Macht also, sich die nur jeder 100. gegen die Werbemail wehrt, Kontaktkosten von 3,34 Euro pro Werbekontakt aus – für das Geld hätte man die Unterlagen auch Hochglanz mit einer 1,45 EUR Briefmarke legal versenden können, da wäre die Erfolgswahrscheinlichkeit im Übrigen wohl höher gewesen.

Was mich aber am besten überrascht: Warum richtet man seine Spam-Mail ausgerechnet an ein Unternehmen, welches den ganzen lieben Tag lang nichts anderes macht als Legal Tech und die Dokumentation von Rechtsverletzungen? Hm.

Florian Skupin ist Geschäftsführer der RightsPilot UG (haftungsbeschränkt).
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